ZfM / In Gegenwart der Medien

Die zweite Aus­gabe der Zeit­schrift für Medien-wissenschaft mit dem Titel Mate­ria­li­tät / Imma­te­ria­li­tät ist erschie­nen. Emp­feh­lens­wert finde ich vor allem die Bespre­chun­gen von Tobias Wer­ron (Media Glo­ba­liza­tion in Ques­tion. Ein sozio­lo­gi­scher Blick auf medi­en­his­to­ri­sche Bei­träge zur Glo­ba­li­sie­rungs­for­schung) und Chris­tine Hanke (Bild­wis­sen­schaf­ten leh­ren). Das IKKM lädt anläß­lich des Erschei­nens am Mon­tag, den 7. Juni 2010, 20 Uhr im HAU 2 (Hal­le­sches Ufer 32, 10963 Ber­lin) zu einem Gespräch zur media­len Situa­tion des Intel­lek­tu­el­len mit Hans Ulrich Gum­brecht, Bern­hard Sie­gert und Sieg­fried Zie­lin­ski, mode­riert von Wolf­gang Hagen. Wei­ter­le­sen »

Datenschatten

Datenschatten

Es ist all­seits bekannt, dass unsere digi­ta­len Fuss­ab­drü­cke (Ein­käufe, Tele­fo­nate, Emails, Flug­rei­sen, Grenz­über­que­run­gen) heute gespei­chert und aus­ge­wer­tet wer­den. Zusätz­lich wer­den inzwi­schen aber zuneh­mend auch Geo­da­ten in Algo­ryth­men über­setzt, als Daten­sätze gespei­chert und zu Pro­fi­len deco­diert. Diese Kor­re­pon­denz von Daten und ent­spre­chen­den Geo­codes lenkt die Auf­merk­sam­keit dabei auf die Situa­tio­nen (auf das Wo & Wann) der Medi­en­nut­zung: dabei ste­hen vor allem die Fra­gen nach der Ver­or­tung von Medi­en­nut­zung sowie nach der Loka­li­sie­rung des Medi­en­nut­zers im Mit­tel­punkt. So stel­len immer mehr stand­ort­ba­sierte Dienste ent­spre­chende Dienst­leis­tun­gen zur Ver­fü­gung, die genau auf die Preis­gabe unse­res Stand­orts abzie­len – vor dem Hin­ter­grund der zuneh­men­den Kom­mo­di­fi­zie­rung urba­ner Räume ein eher unbe­hag­li­cher Gedanke, der eine neue Dimen­sion des Data Mining eröff­net hat. Wei­ter­le­sen »

Collateral Murder

Collateral Murder

Wiki­leaks hat im April ein Video ver­öf­fent­licht, das an ande­rer Stelle ja bereits aus­führ­lich dis­ku­tiert wurde (hier, hier oder hier). Beson­dere Beach­tung fin­den dabei die im Video zu hören­den Anfeue­run­gen der Sol­da­ten an den bereits schwer ver­letz­ten Reu­ters Jour­na­lis­ten Said Chmagh (“All you have to do is pick up a wea­pon”): Die Iden­ti­fi­zie­rung einer Waffe erlaubt den Sol­da­ten nach den soge­nann­ten “Rules of Enga­ge­ment” das begriff­lich voll­kom­men unan­ge­brachte “Ein­grei­fen” in den Kon­flikt. Chmagh wird kurz dar­auf getö­tet. Etli­che wei­tere Per­so­nen, dar­un­ter sein Kol­lege Namir Noor-Eldin, sind zu die­sem Zeit­punkt bereits tot.

So grau­sam und scho­ckie­rend die Bil­der und Äuße­run­gen auch sind: es ist kei­nes­wegs zutref­fend, dass sie über die ver­än­der­ten For­men moder­ner Kriegs­füh­rung auf­klä­ren. Zwar bezeu­gen sie etwa die Ver­let­zung der Gen­fer Kon­ven­tio­nen oder die Will­kür von Ent­schei­dungs­struk­tu­ren, doch ten­die­ren sie eher dazu über die Situa­tion zu täu­schen, die sie zu zei­gen ver­mei­nen. Wei­ter­le­sen »

Citizen 2.0

Citizen 2.0

In der Heinrich-Böll-Stiftung waren ges­tern Dr. Tanja Cars­ten­sen (TU Ham­burg, Pro­jekt­lei­te­rin Sub­jekt­kon­struk­tio­nen und digi­tale Kul­tur), Sophie Scholz (Pro­jekt­lei­te­rin Soci­al­bar) und Dr. Ste­fan Mün­ker (Uni Basel, Autor von Emer­genz digi­ta­ler Öffent­lich­kei­ten) zu Gast. Dis­ku­tiert wurde über die “Ver­bin­dung von Poli­tik und sozia­len Medien im Inter­net”. Wich­tig ist die­ser Ver­such inso­fern, als dass zuneh­mend jen­seits von ideo­lo­gi­schen Pola­ri­sie­run­gen und Überwachungsstaat-Rhetorik ver­sucht wird, das Poli­ti­sche am Web 2.0 her­aus­zu­ar­bei­ten. Beson­ders erfreu­lich ist es zudem des­halb, weil dazu ges­tern nicht nur Jour­na­lis­ten (Arbeits­platz­be­dro­hung), Publi­zis­ten (Ich-Erschöpfung), Poli­ti­ker (Vorratsdaten-Speicherung) oder Pira­ten (Urhe­ber­recht) Stel­lung bezo­gen, son­dern end­lich auch die kul­tur­wis­sen­schaft­li­che Medi­en­wis­sen­schaft. Wei­ter­le­sen »