The path of protest

The path of protest

Die ganze Zeit habe ich mir schon eine sol­che Visua­li­sie­rung gewünscht, die das dif­fuse Gefühl vom Zusam­men­hän­gen der Pro­teste in den ara­bi­schen Län­dern etwas dif­fe­ren­ziert. Es ist natür­lich der Guar­dian, der sie lie­fert und damit natür­lich ein Aufeinander-Bezogen-Sein der Ereig­nisse bereits unter­stellt. Man mag mei­nen es wäre ein­fach offen­sicht­lich, was die Time-line vor­schnell zu schluß­fol­gern anbie­tet, aber was genau trägt den diese Welle der Pro­teste eigent­lich immer wei­ter, frage ich mich. Wei­ter­le­sen »

Cyber-utopianism und der Medienbegriff

Cyber-utopianism und der Medienbegriff

Es gibt mal wie­der eine neue Ani­ma­tion von Cogni­tive Media für die Royal Society for the encou­ra­ge­ment of Arts, Manu­fac­tures and Com­merce (RSA). Dies­mal han­delt es sich um die Sicht­bar­ma­chung des hörens­wer­ten Talks von Evgeny Moro­zov zum Thema “The Inter­net in Society: Empower­ing or Cen­so­ring Citi­zens?”. Moro­zov hat sich vor allem seit dem Erschei­nen sei­nes Buches “The Net Delu­sion: The Dark Side of Inter­net Free­dom” im Januar als gro­ßer Kri­ti­ker einer soge­nann­ten “Befrei­ungs­tech­no­lo­gie Inter­net” her­vor­ge­tan. Er hat natür­lich Recht, wenn er sagt, das Tech­nol­gie nicht mit Demo­kra­tie ver­wech­selt wer­den darf. Ich Frage mich aber, ob es sich bei den Mythen, die Moro­zov bekämpft, wirk­lich um Mythen han­delt. Ebenso wie bei Tele­graph, Kas­set­ten­re­cor­der oder Kopie­rer ändern sich auch mit Twit­ter “ledig­lich” die Bedin­gun­gen des Spei­cherns, Ver­ar­bei­tens und Ver­mit­telns von Infor­ma­tio­nen. Natür­lich ste­hen den Libe­ra­li­sie­rungs­er­schei­nun­gen dabei immer auch neue Möglichkeiten der Kon­trolle und Beherr­schung gegenüber. Wei­ter­le­sen »

Reclaim your Street View?

Reclaim your Street View?

Seit­dem die Satel­li­ten­bil­der von Google Earth online gin­gen, ist viel mit dem Dienst expe­ri­men­tiert wor­den. Die Ansätze rei­chen von poli­ti­schen Pro­jek­ten (eye­son­dar­fur) bis zu kom­mer­zi­el­len Funk­tio­nen (roofads), von künst­le­ri­schen Inter­ven­tio­nen (Aram Bar­tholls Map) bis zu wis­sen­schaft­li­chen Doku­men­ta­tio­nen (UNEP). Mit den Stra­ßen­an­sich­ten von Street View, Bing und der­glei­chen voll­zieht sich seit eini­ger Zeit (in Deutsch­land ja etwas ver­spä­tet) ein ähnli­ches Aus­pro­bie­ren und Aus­lo­ten der Poten­tiale. Hun­derte von Bei­spie­len könnte man inzwi­schen schon auf­zäh­len: öffent­li­chen Kunst­samm­lun­gen (Street Art View), Road­mo­vies (Bans­hee Beat), Sho­o­ping Gui­des (Show­street), vir­tu­elle Urlaubs­fo­tos (Seh­sucht), Natur­be­ob­ach­tung (Ant­ark­tis) oder etwa John Raf­mans bemer­kens­werte zwi­schen Kunst und Sozi­al­kri­tik ange­sie­delte Stu­die der neun Kamera-Augen (9-Eyes). Wei­ter­le­sen »

Bewegungsprofile

Bewegungsprofile

Malte Spitz von den Grü­nen hat die Her­aus­gabe sei­ner Vor­rats­da­ten bei der Tele­kom ein­ge­klagt. Lorenz Matzat und Michael Kreil von Open Data City haben die Daten­sätze aus­ge­wer­tet und die Geo­da­ten zusätz­lich mit Infor­ma­tio­nen aus dem Leben des Abge­ord­ne­ten (Twit­ter, Blog­ein­träge und Web­sei­ten) ver­knüpft. Die für Zeit Online ent­stan­dene Visua­li­sie­rung zeigt ein beein­dru­ckend umfas­sen­des Bewe­gungs­pro­fil der letz­ten sechs Monate. Ein ähnli­ches Pro­jekt habe ich vor eini­ger Zeit auch mal gemacht, aller­dings im Prä-iPhone-Zeitalter mit einem GPS-Receiver. Da konnte man seine Geo­pro­file noch nicht mit coo­len Aps visua­li­sie­ren, son­dern das ganze war noch eine Menge Bas­tel­ar­beit. Dafür aber auch nicht auf den Sen­de­mast genau, son­dern auf den Meter, mit bis zu einem Daten­satz pro Sekunde (siehe Bil­der 2 & 3). Die Seite ist noch online: http://followme-emw.blogspot.com/. Wei­ter­le­sen »

Social networks, social revolution?

Social networks, social revolution?

Span­nende Dis­kus­sion über die Rolle von Social Net­works in der letz­ten Empire-Folge von Mar­wan Bis­hara (Al Jazeera Englishs senior poli­ti­cal ana­lyst): “Youtube, Face­book and Twit­ter have become the new wea­pons of mass mobi­li­sa­tion. Are social net­works trig­ge­ring social revo­lu­tion? And where will the next domino fall?”. Hoch­ka­rä­tig besetzt mit Carl Bern­stein, Amy Good­man, Evgeny Moro­zov, Emily Bell und Clay Shirky. Inter­es­sant finde ich ins­be­son­dere die Frage nach dem Trig­ger: immer wie­der wird behaup­tet, Face­book oder Twit­ter hät­ten irgend­wel­che Pro­teste “aus­ge­löst”: das war bereits für die Ukraine und den Iran der Fall, nun in Tune­sien oder Ägyp­ten. Ist es nicht merk­wür­dig, dass sich die­ses Miß­ver­ständ­nis immer noch wei­ter ver­brei­tet? So neu sind die neuen Medien doch nun auch nicht mehr. Die Aura des Revo­lu­tio­nä­ren, die Twit­ter etwa im Vor­spann der Sen­dung erfährt, halte ich für ebenso falsch, wie die Begriffe trig­ger oder wea­pon. Wei­ter­le­sen »

Veranstaltungen: Demokratie, Transparenz und digitale Medien

Zwei inter­es­sante Ver­an­stal­tungs­an­kün­di­gun­gen im Rah­men der Trans­for­ma­tio­nen von Demo­kra­tie und Trans­pa­renz durch digi­tale Medien: In der Hein­rich Böll Stif­tung dis­ku­tie­ren Daniel Domscheit-Berg (OpenLeaks.org), Con­stanze Kurz (CCC) und Kon­stan­tin von Notz (MdB, Die Grü­nen) über „Whist­leb­lo­wing, Wiki­Leaks und die neue Trans­pa­renz“ und im WZB spricht John Keane (Sid­ney Uni­ver­sity) über “Demo­cracy in the Age of Google, Wiki­leaks  and Face­book”. Wei­ter­le­sen »

Postprivacy und die Transparenz der digitalen Revolution

Postprivacy und die Transparenz der digitalen Revolution

Sie haben wie­der ein­mal für Auf­merk­sam­keit gesorgt, die gele­ak­ten US embassy cab­les. Und wie­der wird dis­ku­tiert was die Ent­hül­lun­gen denn nun wirk­lich für einen Impact haben. So wer­den etwa kurz­fris­tige Aus­wir­kun­gen auf bila­te­rale Bezie­hun­gen sicher­lich beob­acht­bar sein. Die im Zuge der Ver­öf­fent­li­chun­gen ent­ste­hen­den Dis­kus­sio­nen mün­den aber in ein Agenda-Setting, aus dem sich eine wesent­lich weit­rei­chen­dere Debatte ergibt, näm­lich die über das zukünf­tige Ver­hält­nis von Öffent­lich­keit und Pri­vat­heit. So erwar­tet Flo­rian Röt­zer zum Bei­spiel die Ein­gren­zung der “Offen­heit und Gren­zen­lo­sig­keit der digi­ta­len Revo­lu­tion auf allen Sei­ten”. Für ihn wird es von nun an zuneh­mend “darum gehen, Inseln zu schaf­fen, die außer­halb der digi­ta­len Offen­heit ste­hen. Pri­vat wer­den wir uns mehr und mehr ein­igeln oder nur noch stra­te­gisch Bedeut­sa­mes pos­ten, Unter­neh­men und Behör­den wer­den nicht nur die Fire­walls aus­bauen und den Zugriff auf wich­tige Infor­ma­tio­nen ein­schrän­ken, son­dern auch ver­mehrt ver­mei­den, über­haupt digi­tale Daten zu erzeu­gen. Mög­li­cher­weise ist das Zeit­al­ter der digi­ta­len Trans­pa­renz so schnell vor­bei, wie es ein­ge­läu­tet wurde. Könnte gut sein, dass Wiki­leaks zum Vor­rei­ter des digi­ta­len Mit­tel­al­ters wird.” (zum Arti­kel auf Tele­po­lis). Wei­ter­le­sen »

Datavis - Neue Codes für Gedächtnismaschinen

Datavis - Neue Codes für Gedächtnismaschinen

Ich hatte zuletzt im Rah­men des Arti­kels über Daten­trans­pa­renz den man­gel­haf­ten Zugriff auf öffent­li­che Daten in Deutsch­land kri­ti­siert. Im Anschluß daran habe ich mal ein wenig über die sich ver­än­dern­den For­men und For­mate von daten­be­zo­ge­nem Wis­sen recher­chiert, die sich im Zuge einer zugriffs­of­fe­ne­ren Daten­lage erge­ben haben und dabei einige span­nende Pro­jekte ent­deckt. Doch zunächst muss man viel­leicht etwas vor­grei­fen um den gene­rel­len Zusam­men­hang zu erfas­sen, in dem diese Ver­än­de­rung sich voll­zieht. Denn die Tech­ni­sie­rung und Digi­ta­li­sie­rung aller mög­li­chen Aspekte der Lebens­welt ermög­licht nicht nur einen ver­än­der­ten Zugriff und Umgang mit Daten, son­dern ermög­licht zunächst ein­mal völ­lig neue For­men des Abtas­tens und Erfas­sens, also der Daten­er­he­bung. Nun fußt die Kri­tik an der feh­len­den Zugriffs­of­fen­heit von Daten vor allem in einer unzu­rei­chen­den Kor­re­spon­denz von Daten­er­he­bung und Daten­aus­wer­tung. Sprich: wenn immer grö­ßere Teile unse­res Han­delns in Algo­ryth­men übersetzt, als Datensätze gespei­chert und zu Prof­len deco­diert wer­den, benö­tigt man ent­spre­chende Stra­te­gien um der ent­ste­hen­den Daten­flut zu begeg­nen. Dies wirft die Frage nach den Werk­zeu­gen und Instru­men­ten auf, mit denen wir kom­plexe Daten­zu­sam­men­hänge dar­stel­len und ver­steh­bar machen kön­nen. Wei­ter­le­sen »

data.gov

data.gov

We will create a new ‘right to data’ so that government-held data­sets can be reques­ted and used by the public, and then publis­hed on a regu­lar basis” heißt es in der Big Society Dekla­ra­tion der Bri­ti­schen Regie­rung. In Anle­hung an data.gov, das Oba­mas erste legis­la­tive Amts­hand­lung war, ging vor knapp einem Jahr data.gov.uk unter der Lei­tung von Tim Berners-Lee online. Andere Län­der sind dem Trend nach mehr Trans­pa­renz gefolgt: data.norge.no ver­öf­fent­licht sogar unter einer Crea­tive Com­mons License, ebenso Aus­tra­lien oder Est­land. Ver­än­dert haben sich seit­dem nicht nur die For­men des Zugangs zu den Daten, die Regie­run­gen in unse­rem Auf­trag mit unse­rem Geld über uns erhe­ben, son­dern vor allem die For­men der Dar­stel­lung und Nut­zung: die neuen media­len For­mate die dar­aus ent­ste­hen (z.B. Apps, Mas­h­ups, Visua­li­sie­run­gen, RSS-Feeds), ste­cken zwar noch in Kin­der­schu­hen, haben aber schon jetzt zu einer Renais­sance des Loka­len geführt, wie etwa bei ever­y­block, das mit Hilfe von Geo­fil­tern und auf Basis von data.gov News­feeds für die Nach­bar­schaft anbie­tet oder dem data.gov.uk-Newspaper, das als Pro­to­typ einer Zei­tung für Community-Daten ent­wi­ckelt wurde. Und in Deutsch­land? Wei­ter­le­sen »

Digital Bomb

Digital Bomb

Diese Woche läuft “Digi­tal Bomb” auf Arte.tv – übri­gens auch im Fern­se­hen, aber das ist hier eher neben­säch­lich. Ein bemer­kens­wer­ter Blick auf die soziale, ökono­mi­sche, mediale, poli­ti­sche Dimen­sion des Web (ich bin froh, dass ich hier nicht mehr den Begriff Web 2.0 ver­wende). Aus­gangs­punkt ist dabei jene Umschich­tung von Dis­tri­bu­ti­ons­me­cha­nis­men, die Ber­nard Stieg­ler for­mu­liert: “wir ver­än­dern gerade Modelle die zuvor aus­schliess­lich top-down und stark hier­ar­chisch orga­ni­siert gewe­sen sind und in denen die Pro­duk­tion und die Kon­sump­tion stark von­ein­an­der abge­grenzt waren”. Dies meint nicht nur die Inver­sion von Sender-Empfänger-Modellen, son­dern eine grund­le­gende Ver­än­de­run­gung der kul­tu­rel­len Form – eine Erkennt­nis, die im Bereich der Kom­mu­ni­ka­tion längst selbst­ver­ständ­lich ist, für Ökono­mie und Poli­tik aber nach wie vor nur unzu­rei­chend erschlos­sen ist (Stieg­ler ist übri­gens Direk­tor einer inter­es­san­ten For­schungs­ein­rich­tung, des Insti­tute for Rese­arch and Inno­va­tion am Centre Pom­pi­dou, das die Evo­lu­tion “of rela­ti­onships bet­ween cul­tu­ral insti­tu­ti­ons, their works, and the public” unter­sucht). Wei­ter­le­sen »

Digitale Öffentlichkeit

Digitale Öffentlichkeit

Nach dem Struk­tur­wan­del der bür­ger­li­chen Öffent­lich­keit scheint ja nun auch die His­to­ri­sie­rung der mas­sen­me­dia­len Öffent­lich­keit beschlos­sene Sache zu sein: Im Zeit­al­ter digi­ta­ler Medien ist die Fas­sung homo­ge­ner und raum-zeitlich begrenz­ter Öffent­lich­keit schliess­lich implo­diert. Das, was wir bis etwa zum Ende des 20. Jahr­hun­derts als Öffent­lich­keit bezeich­ne­ten war eine inter­ak­tio­narme und unper­sön­li­che Ver­bin­dung zwi­schen Men­schen, ein Pro­dukt der Kul­tur­in­dus­trie für ein ver­stumm­tes Publi­kum, ermög­licht durch die zuneh­mende Tech­ni­sie­rung von Pro­duk­tion (Indus­tria­li­sie­rung der Ver­viel­fäl­ti­gung) und Dis­tri­bu­tion (Beschleu­ni­gung des Trans­ports). Die haber­maß­sche Kri­tik an die­sen Ver­än­de­run­gen des Sys­tems kul­tu­rel­ler Über­mitt­lung und ihren Fol­gen für die Gesamt­heit sozia­ler Bezie­hun­gen bezog sich maß­geb­lich auf eben jene Ent­wick­lung vom kul­tur­rä­so­nie­ren­den zum kul­tur­kon­su­mie­ren­den Publi­kum (Struk­tur­wan­del der Öffent­lich­keit §18), dem Öffent­lich­keit nur noch als bloße Insze­nie­rung begeg­nete – pro­du­ziert von PR-Consultans, Spin-Doktoren, Markt­for­schern, Agen­da­set­tern und Event­ma­na­gern. Wei­ter­le­sen »

Digital Activism Decoded

Mit “Digi­tal Activism Deco­ded - The new Mecha­nics of Change” ist eine inter­es­sante Publi­ka­tion erschie­nen, die den Zusam­men­hang von digi­ta­len Medien und Akti­vis­mus the­ma­ti­siert. Der von Mary Joyce vom Meta Activism Pro­ject her­aus­ge­ge­bene Band füllt inso­fern eine Lücke, als dass zwar inzwi­schen unzäh­lige ein­zelne Arti­kel und Case Stu­dies exis­tie­ren, die sich mit der Bezie­hung digi­ta­ler Medien und poli­ti­schem Han­deln aus­ein­an­der­set­zen (ange­führt von den immer wie­der­keh­ren­den popu­lä­ren Bei­spie­len Obama-Wahlkampf und Twitter-Revolution im Iran), eine umfas­sende und sys­te­ma­ti­sche The­ma­ti­se­rung sowie eine dis­zi­pli­näre Situ­ie­rung und Posi­tio­nie­rung aller­dings wei­ter­hin aus­stand. Wei­ter­le­sen »