Während die Kämpfe in Ägypten wieder zuzunehmen scheinen, die Berichterstattung von einem arabischer Herbst spricht, die Revolutionsbewegung eine zweite Revolution ausruft und wir uns die Frage stellen müssen, ob politische Veränderung in Ägypten doch scheitern wird, zeigt der Teaser zur Doku “The Noise of Cairo”, was die Revolution für die Meinungsfreiheit in Ägypten bedeutet. Der Film gibt Einblick in die Kunstszene Kairos und zeigt auf eindrucksvolle Weise das Erwachen nach Zensur und Unterdrückung. Weiterlesen »
Der Sessionplan für die Spackeriade am 29.12.2011 im .hbc ist online. Aus dem Ankündigungstext: “Die 0. Spackeriade will eine Plattform geben für alle, die sich mit Datalove, Kontrollverlust, sozialer Vernetzung, Post-Privacy oder Informationsfreiheit in mehr oder weniger utopischer Art und Weise auseinandersetzen möchten.” Die Abstracts der Vorträge gibts via lanyrd. Weiterlesen »
Der CfP der Re:publica ist online und findet sich hier. Über ein Eingabeformular lassen sich alle Angaben hochladen. Für alle weiteren Fragen gibts einen FAQ. An die Arbeit…? Action ist mir ja ehrlich gesagt als Motto begrifflich ein bischen unkonkret, oder sagen wir – unbegründet, aber man kann was draus machen.
Gestern abend lief in den Tagesthemen ein Beitrag über den Einsatz und Export deutscher Spionage Software im Ausland. Offenbar hat die Bundesregierung diese Exporte mit Kredit-Garantien, sogenannten “Hermes Bürgschaften” gefördert. Dabei handelt es sich um eine Exportkreditversicherung, d.h. wenn der Abnehmer nicht zahlt, springt der deutsche Steuerzahler ein und garantiert die Abnahme des Produkts. Es ist inzwischen offenbar erwiesen, dass entsprechende Angebote offenbar in Ägypten und auch in anderen Ländern vorlagen. Wikileaks hat in diesem Zusammenhang gerade unter dem Titel “The Spy-Files” unzählige Dokumente veröffentlicht, die auch die Beteiligung deutscher Unternehmen an der Überwachung in Diktaturen und Unrechtsregimen belegen. Aus dem Einleitungstext: “When citizens overthrew the dictatorships in Egypt and Libya this year, they uncovered listening rooms where devices from Gamma corporation of the UK, Amesys of France, VASTech of South Africa and ZTE Corp of China monitored their every move online and on the phone. (…) Trovicor, previously a subsidiary of Nokia Siemens Networks, supplied the Bahraini government with interception technologies that tracked human rights activist Abdul Ghani Al Khanjar. He was shown details of personal mobile phone conversations from before he was interrogated and beaten in the winter of 2010-2011.” Weiterlesen »
Heute wurde D64 als neuer Thinktank für “digitalen Fortschritt” vorgestellt. Da bin ich ja mal gespannt. Digitaler Fortschritt klingt ja schonmal ziemlich eindeutig nach Lobbyverein und weniger nach Forschungseinrichtung. Darauf deuten auch einerseits die “progressiver Thinktank”-Begrifflichkeiten und die partei- (SPD) und wirtschaftsnahe Zusammensetzung (Facebook & Google) der Gründungsmitglieder hin, die Zeit Online kurz zusammenfasst. Andererseits ist das Projekt aber auch mit Bloggern, Publizisten, Autoren, Designern und Journalisten besetzt – verspricht also eine ganz interessante Mischung zu werden, die der SPD den Fortschritt erklären wird. Viel Erfolg dabei! Wir erleben ja einen wahren Neugründungsboom von netzpolitischen und auch gesellschaftspolitischen Projekten in 2011, finde ich sehr erfreulich. (Bild: Creative Commons Lizenz, D-64.org) Weiterlesen »
Veranstaltungstipp: Das neugegründete Institut für Medienkulturwissenschaft in Freiburg lädt zu einer Tagung über die kulturelle Formung und gesellschaftliche Neugestaltung des Umgangs mit den sogenannten “neuesten Medien” ein, die insbesondere auf die jüngeren Entwicklungen zum Thema Kontrolle und Überwachung eingeht. Besonders bemerkenswert ist, dass hier endlich einmal der Netzdiskurs mit dem instituionalisierten Wissenschaftsdiskurs vernetzt wird: den Eröffnungsvortrag hält Michael Seeman und die Keynote Dirk Baecker. Ich muss sagen, mir fehlt diese Vernetzung in der Praxis gerade in den Geisteswissenschaften sehr, wie Michael Seeman ja auch in einem durchaus kontrovers diskutierten Beitrag angemerkt hat. Nicht kennen tat ich übrigens Sebastian Gießmann, ebenfalls von der HU Berlin, dessen Vortragsabstract sich ebenfalls vielversprechend anhört. Das ausführliche Programm findet sich hier. Gibt’s Videomitschnitte?? Weiterlesen »
Die erhabene Sicht, die Übersicht, die Sur-veillance, auf das Geschehen war lange vor allem denjenigen vorbehalten, die über das Kapital der dafür notwendigen Technik verfügten (Fernsehsender, Forschungseinrichtungen, Google, Militär usw.). Während zunächst Satellitenbilder allgemein verfügbar wurden, vermittlen im Zuge der Verbreitung des mobilen Internets inzwischen zunehmend diverse Webapps einen Überblick in Echtzeit. Das sind bisher insbesondere Mapping-Projekte wie z.B. Crowdmap, das auf der Ushahidi-Plattform basiert oder Sukey, das aus den Londoner Studentenprotesten hervorging (“Fleeing riot police on foot? There’s an app for that …”). Dazu kommen inzwischen immer mehr Livesharing-Dienste für Photos und Videos wie color oder bambuser. Weiterlesen »
Am Donnerstag, den 25.11.2011 beginnt die Ausstellung Tracing Mobility im Haus der Kulturen der Welt, die untersucht “wie sich das Verhältnis zwischen globaler und individueller Mobilität, zwischen physischer und virtueller Bewegung verschiebt: Wie navigieren wir im digitalen Zeitalter, wenn online und offline-Welt zusehends verschmelzen? Welchen Stellenwert nimmt die tatsächliche Bewegung im Raum noch ein, wenn wir jeden Punkt der Erde mithilfe digitaler Technik erreichen können? Inwiefern verändern die neuen mobilen Medien unsere Wahrnehmung und Denkweise?” (Ankündigunstext HdKdW). Ein ziemlich spannendes Thema, obwohl natürlich das körperbezogene Raumdenken bereits an dem Punkt in eine Krise geraten ist, ab dem der Mensch in der Lage war Informationen schneller zu bewegen, als sich selbst. Seitdem wird der transporttechnische Fortschritt von einem medientechnischen Topos überlagert, der die Überwindung des Raumes nicht mehr als Einheit mit dem Körper denkt. Aus diesem Ablösungsprozess resultiert eine vollkommen neue Raumerfahrung: anfangs waren es noch optische Telegraphen, inzwischen durchqueren elektronische Impulse an unserer Stelle den Raum. Weiterlesen »
Heute und morgen findet die Openmind-Konferenz in Kassel statt. Die Veranstaltungsbeschreibung klingt erstmal bischen abgedroschen: “Als vor zwei Jahren der Protest aus dem Netz gegen die Politik alter Herren mit Kugelschreibern in Fahrt kam, wussten die meisten von uns vor allem, was wir nicht wollten: die Beschränkung unserer Freiheiten durch immer neue Sicherheitsgesetze, Terrorpanik, eine Politik, die das Netz auf Basis von Angst und Vorurteilen reguliert. Aus diesem Impuls heraus ist eine Bewegung entstanden, die Politik nicht gegen, sondern durch und für das Internet macht.” Nun ja, aber das Programm ist hochgradig experimentell und stellt auch mal die ganz grundsätzlichen Fragen nach dem Zusammenhang zwischen der Beschaffenheit der Kommunikationen und der begrifflichen Transformation von Politik und Gesellschaft, ganz so wie iRevolution sich das wünscht. Weiterlesen »
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